Nacht über Torfhausmoor

Angeregt durch den Workshop zur Milchstrassenfotografie mit Andreas von Foto-wandern.com bin ich gestern Abend noch einmal losgezogen. Zwar war klar, dass ich keine Milchstrasse mehr auf die Platte bekomme, aber ein schöner Sternenhimmel tut es auch.

Am Rand des Torfhausmoores bezog ich also Stellung und wartete auf die Dunkelheit.

Lang ausgestreckt liege ich auf der Bank und schaue in den Himmel. Unzählige Sterne funkeln mich an. Aus Richtung Torfhaus röhrt ein brunftiger Hirsch mit drängendem, gepreßtem Schrei. Von rechts aus Richtung Brocken antwortet eine nicht minder laute bellende Antwort: „Ich bin hier! Was willst Du! Ich bin der Stärkere!“. Dazu ein epischer Blick in den Nachthimmel.
Leider ist selbst hier die Lichtverschmutzung nicht zu übersehen. Hinter dem Brocken aus Richtung Wernigerode scheint ein fahles, orangenes Licht.

Doch man kann es auch positiv sehen. Es hüllt den Brocken in ein mystisches, rötliches Licht und es stellt sich die Frage, welche Hexen dort jetzt ihr Unwesen treiben?

Fasse wacker meinen Zipfel!
Hier ist so ein Mittelgipfel
Wo man mit Erstaunen sieht,
Wie im Berg der Mammon glüht.

Die Hexen zu dem Brocken ziehn,
Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.
Dort sammelt sich der große Hauf,
Herr Urian sitzt oben auf.
So geht es über Stein und Stock,
Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.

(Faust, J.W. von Goethe)

Sternenhimmel über Torfhausmoor, Harz 2020
Sternenhimmel über Torfhausmoor, Harz 2020

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